Startseite
    Phantastik
    Alltagsgeschichten
    Cogito ergo sum
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
   
    stripedstar

    anneshirley
    - mehr Freunde




  Letztes Feedback



http://myblog.de/ernstanders

Gratis bloggen bei
myblog.de





Im Auftrag ihrer Majestät

in einem uns bekannten land, vor garnicht all zu langer zeit …
streng genommen letzte woche dienstag , lebte ein junger recke von tadelosem ruf, voll der ritterlichen tugend, nobler ideale und von vortrefflichem erscheinungsbild,
der mit dieser geschichte rein garnichts zutun hat.
zu den wenigen positiven attributen des handlungsträgers gehört, dass er noch niemanden aus dem leben befördert hat, aber sein tag sollte ja auch erst beginnen.
so vernehmet nun die mähr von dem der auszog im auftrag ihrer majestät, zu mehren den ruhm und den wohlstand seiner lehnsherren, oder zu allermindest um zu besänftigen das knurrende untier welches er seinen magen nennt.
sieben uhr, verkündet mir das stundenglas, welches mich quengelnd aus meinen träumen reißt und mich zum verlassen meiner schlafstatt gemahnt.
sieben uhr, welchen teufels kind mag diese uhrzeit sein, frage ich mich, meine gliedmaßen aus dem bett sortierend und meinen leib gen badezimmer befördernd.
nach nur zwei fehlversuchen erreiche ich selbiges auch und starre in morgendlicher routine
in die fratze des grauens gegenüber an der wand.
und wie jeden morgen sehe ich diesem fellgesichtigen untier
direkt in seine hinterlistigen schweinsäuglein, ich kann nicht anders, ich mag mich einfach.
den inneren disput mit mir ob ich mich meins barthaares entledigen soll lege ich recht schnell bei, nicht nötig, meine gesichtskonturen sind ja noch zu erkennen.
zufrieden mit dem ersten tageserfolg beschließe ich zurück zu bett zu gehen als mein blick auf ein stück papier auf dem tisch fällt.
ach richtig, der grund meines verfrühten erwachens.  die herrscher von bürokratien wünschen meine aufwartung bei hofe. ich habe es mir zu eigen gemacht bei solch höflichen bitten die hohen damen und herren nicht warten zu lassen, zumal die alternative hungerturm nicht wirklich erstrebenswert erscheint.
so gürte und harnische ich mich um die beschwerliche exkursion zu wagen.
nach kurzer suche finde ich ein geeignetes beinkleid und meinen wams unter einem berg schmutzwäsche. ich beschließe als erstes meine dienerin für diese nachlässigkeit zu züchtigen, und als zweites mir überhaupt zu diesem und anderen, artverwandten, zwecken eine dienerin zu nehmen. derart gerüstet verlasse ich meine feste und trete kampfeslustig auf die straße und in einen haufen hundescheiße.
eine vorbeigehende frau hält errötend ihrem kind die ohren zu als sie hört was ich dem
erzeuger dieser heimtückischen tretmine, seinen nachkommen und seinem halter wünsche.
derart erzürnt stapfe ich los in richtung innenstadt, denn das anwesen der lords von paragraphien erreicht man schwerlich auf schusters rappen.
und so erwerbe ich mit meiner letzten barschaft eine berechtigungsurkunde
für einen ritt mit dem eisenwurm. selbiger erreicht, trotz anders lautender verkündigung
auf der anschlagstafel, die örtlichkeiten zu spät.
leicht aufgebracht, und leidlich nach canidenkot riechend, besteige ich den wartenden eisenwurm. wie nicht anders zu erwarten teile ich mir auch heute meine passage mit dem
allgegenwärtigen pöbel. ich suche mir einen stehplatz in der nähe zweier hofnarren die wohl zur bespaßung des adels ebenfalls zu hofe geladen wurden.
der eisenwurm setzt sich schnaufend und rauch hustend in bewegung und schaukelt seine
mäßig motivierte fracht durch den betonwald, destination unbekannt und mehrheitlich ungewollt. ich komme nicht umhin dem gespräch der beiden harlekine zu lauschen.
„die alte gestern in der disse war ne totale sau“, setzt hofnarr eins hofnarr zwei über die sozial-interaktiven qualitäten seiner mutmaßlichen gesellschafterin in kenntnis,
was dieser gezielt kritisch hinterfragt: „so ne richtige sau ?“
hofnarr eins nickt zustimmend und führt die sache näher aus. „die war richtig mit ohne höschen an der bar.“ man kann gradezu sehen wie das visuelle zentrum im schädel von hofnarr zwei auf hochtouren kommt, beim versuch die erhaltne information zu illustrieren.
leider scheint ihn dieser denkprozess zu überfordern und der dialog der beiden endet
unverhofft an dieser stelle. schade, ich hätte dem sozialkritischen bericht über weibliche gäste der hiesigen tanztempel gerne noch etwas gelauscht.
hofnarr eins nutzt die gelegenheit der unpässlichkeit seines kameraden und beginnt eine
eine unverbindliche plauderei mit mir. „ey, is was du arsch?“ fragt er höflich nach meinem wohlbefinden. ich überlege kurz wie ich ihm diese frage so präzise wie möglich beantworten kann. ich entschließe mich zu einem vielsagenden „nö“. „dann zieh leine du penner !“, werde ich freundlich aufgefordert, und diesem wunsch komme ich natürlich mit freuden nach und ziehe an der leine der notbremse. dank der physikalischen tatsache des trägheitsmomentes beendet unser reisemittel seine bewegung schneller als hofnarr eins
der seine reise erst, mit dem gesicht zu voran, an der stählernen stützstange beendet.
ich beschließe meine, mittlerweile doch etwas unterhaltsamere, reise sicherheitshalber zu fuß fort zusetzen, bevor mein gesprächspartner in seine blutende realität zurück findet.
ich erreiche burg pedanterie nach kurzer zeit und stelle mich der prüfung des torwächters in gestalt einer automatischen schiebetür. schon unzählige male wurde ich aufs äußerste getestet von diesem erbarmungslosen rotäugigen zyklopenpförtner. aber nicht heute sage ich mir, ich bin vorbereitet. in elfengleicher grazie springe ich wild mit den armen fuchtelnd vor dem infrarotsensor der türe auf und ab, in der hoffnung mich so des zugangs als würdig zu erweisen. leider wird meine darbietung offenbar nicht gewürdigt, denn die türe bleibt zu.
ich überlege kurz ob ich es mit bestechung oder verführung probieren soll als die pforte sich auftut und einen schergen des hausherrren ausspeit. ich nutze die chance und rette mich mit einem gekonnten hechsprung ins innere, vorbei an der garstig zuschnappenden türe.
unter den fragenden blicken einiger anwesender bittsteller raffe ich mich möglichst natürlich wirkend auf und schlendere betont lässig davon.
als ich das audienzzimmer betrete werde ich bereits vom kurator meiner historie erwartet.
„ah, herr anders, schön das sie kommen konnten.“, lügt er mir kalt ins gesicht. „dankesehr, ich bin immer um kooperation bemüht.“, lüge ich ebenso kaltschnäuzig zurück und nehme platz. nachdem dem austausch von höflichkeitsfloskeln genüge getan wurde kommt er ohne umschweife zu seinem anliegen. „ich möchte mit ihnen über ihre berufliche situation reden.“, sagt er und beginnt sofort betriebsam das vor ihm liegende buchstabenbrett zu vergewaltigen. eine weile passiert dann erstmal nichts, aber seinem wenig begeisterten blick entnehme ich, dass er wohl grade meinen lebenslauf liest.
„wie ich sehe haben sie bereits zweimal ein stellenangebot nicht angenommen herr anders, noch einmal und wir müssen ihnen ihre leistung kürzen.“, sagt er im selben schlecht  gespielt bedauernden tonfall den nachrichtensprecher haben wenn sie über einen amoklauf berichten. dann setzt er mit der schändung des schreibgerätes fort bis seine druckerpresse stotternd zum leben erwacht und ihm ein stück papier ausspuckt.
er reicht es mir mit den orakelenden worten: „nehmen sie das hier ernst.“ ich will mich kurz entrüsten wie dieser behördenknecht die frechheit haben kann mich zu duzen, als mir einfällt das er mich ersucht diesem gedruckten befehl folge zu leisten.
mißmutig nehme ich den auftrag an und verlasse die gruft lebenden toten.

fortsetzung folgt …

8.11.09 23:59
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kathy (9.11.09 00:18)
zu geil, ich hab selten so gelacht.

ich liebe deine geschichten und erwarte sehsuechtig die nechste

kiss cats


(9.11.09 19:08)
Also ich würdige hiermit auch erstmal deine heroisch Leistung^^ (vor allem so bald schon wieder was zu schreiben)
Hätt heute morgen fast die Bahn verpasst weil ich unbedingt noch fertig lesen musste undbn dann mitm breiten grinsen gen Bahnhof gestiefelt!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung